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Eiternative für Deutschland – Marder vs. Czillerisch

Jens Marder: journalistisch, neugierig, grün hinter den Ohren, übereifrig, leicht idiotisch.

Hans-Peter Czillerisch: 46 Jahre, Philosoph, Weltenerklärer, Wissender. Bewandert auf allen Wissenschaftsgebieten, bewaffnet mit explosivem Halbwissen. Wurde im Alter von drei von Extraterrestrikern entführt, die ihm einen Einblick in die Kosmische Gleichung gaben, die besagt, dass die Menschen ein eiternder Pickel im Gesamtkonzept Gottes sind.


Marder
Herr Czillerisch, Ihr neues Buch „Der Mensch als Eiter“ erscheint noch dieses Jahr. Könnten Sie ein paar einführende Worte darüber verlieren?

Czillerisch
Zunächst möchte ich Sie, Herr Marder, ausdrücklich beglückwünschen, dass Sie mich als Ihren Interviewpartner ausgesucht haben. Denn ich verstehe, dass Sie sich als aufstrebender Journalist keine Gelegenheit entgehen lassen möchten, um einen so bedeutenden Menschen wie mich vor das Mikrophon zu bekommen.
Nun zu Ihrer Frage. „Der Mensch als Eiter“ wird nächste Woche erscheinen, das ist richtig. Viel richtiger ist jedoch, dass der Untertitel des Buches die eigentliche Marschrichtung vorgibt: „Der Mensch als Eiter – eine endoskopische Mininaturbeschreibung des weiblichen Gestus im Zusammenhang mit der eiterbildenden Masse, genannt Mensch“. Sie müssen wissen, Herr Marder, dass „Der Mensch als Eiter“ eine Weiterführung meiner Weltbestseller „Der Mensch ist Eiter“ und „Der Mensch besteht aus (consists of) Eiter“ ist. Daher schloss sich für mich ein Kreis, als ich darüber philosophierte, wie der Gestus der Frau in dieses Thema hineinpasst. Denn die Frau, und da sind Sie sicher meiner Meinung, Herr Marder, ist die Triebfeder jeglichen Eiters!

Marder
Ich dachte eigentlich, Frauen sind sauber und pupsen nicht.

Czillerisch
Sie sehen das von einer falschen Richtung her, Herr Marder! Sie müssen wissen, dass Frauen im ureigentlichen Sinne ihres Wesens … Warten Sie! Ho! Hoho! Da muss ich mir aber den Bauch vor Lachen halten! Da wäre ich doch beinahe schon beim zweiten Satz auf Ihre Spielchen hereingefallen! Sie kleiner Schelm! Übrigens behalte ich Sie jetzt im Auge, Herr Marder! Be aware of the dog! Aber kommen wir zurück zum Thema. Der Pups, auch Furz, Pfurz, Fahrn oder einfach Popoflutscher genannt, ist an sich ja eigentlich unter dem landläufigen Namen Flatulenz bekannt. Dabei vermischen sich im Darmtrakt verschiedene Gase, die beim rektalen Entweichen zu einem Geräusch führen, wenn die Pobacken entweder a) nicht künstlich (d. h. manuell) auseinandergerissen werden, b) die Arschbacken signifikant zu fett sind, oder c) der Rektalbereich von einer Unzahl an Hämorrhoiden, d. h. Aftervenenknoten, vereitert ist. Insbesondere c) hat bei mir zu der Erkenntnis geführt, dass die Frauen einen bedeutenden, eiternden Anteil am Furzen haben!

Marder
Herr Czillerisch, wie kam es eigentlich überhaupt zu den extremen Ansichten, die Sie heutzutage vertreten? Der Mensch ist ja von Natur aus mit schwerer multipler Konjunktivitis gesegnet – wie gehen Sie damit um?

Czillerisch
Ich bin erstaunt, Herr Marder, dass Sie eine solch pointierte Frage stellen. Aber pflücken wir das mal auseinander. Herr Czillerisch – das ist mein Name. Richtig. Eigentlich „von Czillerisch“, aber meine verfaulte Mutter musste ihren Titel für eine Handvoll Fritten verkaufen, die sie sich am Ende des Zweiten Weltkriegs von einem Pack Russenwiesel – entschuldigen Sie diese Verniedlichung – besorgen musste. Können Sie sich vorstellen, wie das ist? Ich meine, mit einer Handvoll Fritten durch die sowjetische Besatzungszone zu laufen, um zurück nach Hause zu kommen und dann festzustellen, dass keine Mayonnaise im Haus ist! Geschockt war der alte Herr! Das kann ich Ihnen flüstern! G-E-S-C-H-O-C-K-T! G-Shocked! In Waves-Tears-Titten!
Heutzutage vertrete ich die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, die Reine Leere. Die Leere, die Annika dem Wischiwaschi eines Erich von Däniken entnimmt, erlaubt uns einen tieferen Einblick in die Tiefen der tiefen Tiefe, aus der die Tiefen der Tiefen triefend ertiefen. Ich meine damit, dass es kaum möglich ist, die Tiefe der Tiefe auszuloten, die Leere der Leere, das Ganze des Ganzen, den Eiter. Christiaan Huygens’ Undulationstheorie des Lichts zufolge müsste es Äther sein, aber ich sage, es ist viel Eiter! Das ist die wahre Leere des Himmels, der Tiefe, die wahre Leere allen Seins.
Aber geben Sie mir bitte noch den Raum, ein paar wenige Worte über den Scheiß zu verlieren, den Sie da am Ende von sich gegeben haben. Ich möchte nicht gerade sagen „erbrochen“. Der Mensch ist von Natur aus mit Konjunktivitis gesegnet? Zäumen wir das Pferd also von hinten auf. Gehen wir vom After über den Darm direkt ins Auge und erkennen das einzelne Wort „gesegnet“. Weiter vorne steht dann das Wort „ist“. Zusammen ergibt es: „ist gesegnet“, Passiv. Der Mensch ist dabei passiv, ein anderer ist aktiv, der segnen kann. Jetzt stellt sich mir sogleich die Frage: Was ist Segnen? Konkretisieren Sie bitte das Wort „Segnen“ in Ihrem Kontext, und ich schaue im Anschluss daran, dass ich Ihre Hirnkotze nicht vergesse. Also …?!

Marder
Es ist doch folgendermaßen: Wenn ein Satz Glück hat, verfügt er über eine Konjunktion. Wenn ein Mensch Glück hat, verfügt er über eine Konjunktivitis. Das verbindet die Menschen mit ihren Brüdern, den Sätzen. Dieser Satz beispielsweise hat großes Glück, indem er mit einer Instrumentalkonjunktion gesegnet ist. So auch sind wir Menschen – wir segnen einander, als wären wir triefende Gleichungen aus Flaisch, die keine Lösung kennen. Aber ich schweife ab, kehren wir zum Eiter zurück: Ist der Mensch wirklich nicht mehr als 1 Eiter?

Czillerisch
Abschweifen finde ich nicht schlecht, Herr BUMS. Ich bin da ganz bei Ihnen, des Menschen Brüder sind die Sätze, deren innenliegende Konjunktion der Konterpart der menschlichen Konjunktivitis ist. Dann sagen Sie aber: So auch sind wir Menschen – wir segnen einander, als wären wir triefende Gleichungen aus Fleisch, die keine Lösung kennen. Segnen wir nur, weil wir die Lösung einer Gleichung nicht kennen und daher hoffen, dass wir die Segnung nutzen können, um die Zwischenlösung zu einer Gesamtlösung machen zu können? Ich möchte Ihnen hiermit auf den Weg geben: Ja, die Menschen machen so was! Aber nicht, weil sie intelligent sind, sondern weil sie schwaches Fleisch sind. Daher auch Ihre absolut richtige Beziehung zu den triefenden Gleichungen aus Fleisch. Aber so wie es die Quersumme und die End-Quersumme gibt, muss es zu einer Lösung auch die End-Lösung geben. Und diese hört nicht dabei auf, dass wir blind gaffend Einsteins Gleichungen folgen, sondern unser eigen Fleisch aufraffen, um mehr über uns selbst und das Universum zu erfahren. Und an dieser Stelle muss ich dann auch klar intervenieren, denn genau diese Frage habe ich für mich beantwortet: Der Mensch ist nichts weiter als Eiter. Flüssiger Eiter, zusammengehalten von der Haut, wie ein Pickel auf derselben, der sich mit der dottergelb-weißlichen Flüssigkeit füllt, die so wunderbar duftend zu einem schwarzen Kaffee aus Kenia passt!
Nein, Sie Depp! Ein Mensch ist zwar nur Eiter, aber das ist doch ein übertragenes Beispiel! Damit meine ich, dass der Mensch nichts weiter als der Eiter in einem Pickel ist – aber auf der Erdoberfläche. Natürlich besteht der Mensch aus Fleisch! Das mit dem Eiter ist eher eine philosophische Frage. Denn was kann man mit einem Eiterpickel machen? Man kann ihn aufschneiden, aufschlitzen, auslutschen, massieren, torpedieren, bestrahlen, austrinken, erhitzen, ausbrennen, mit WARTNER bekämpfen. Sie sehen, Herr Marder, es gibt viele Wege zum Glück.
Aber kommen wir zu einem anderen Thema, wenn Sie es mir gestatten: Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Eiter und eitel nicht nur orthographisch, sondern vor allem auch semantisch sehr nahe beieinander stehen?

Marder
Seit dem Mittelalter klingen Wörter, die Ähnliches bedeuten, ähnlich. Das ist keine Neuheit. Worauf wollen Sie hinaus, Sie Hund!

Czillerisch
Herr Marder! Ich kann zwar verstehen, dass Sie jetzt ausfallend werden und mich persönlich angreifen wollen, weil Sie denken, dass Sie als minderwertige Persönlichkeit aus meinem übergroßen Schatten abspringen müssen, aber es würde für uns beide das Interview vereinfachen, wenn Sie sich in der Rolle des Hundes wiederfinden und es mir überlassen, Sie als Hund zu titulieren. Und jetzt gehen Sie mal das Stöckchen holen und stellen Sie eine richtige Frage!

Marder
Jetzt passen Sie mal ganz genau auf, sie Intrinsische Mumie! Was glauben Sie eigentlich, mit wem Sie es zu tun haben? Wohl ne debile Ratte zu viel gefressen? Ihr ganzer Eiter fließt mir schon aus dem Gesäß, Aasfresse. Ich finde einfach keine Worte für Abschaum wie Sie. Malträtieren mich hier mit Ihrem Eiterwahn, stricken mir eine Wurst nach der anderen in die Ohren, bis mir Kotze bis zum Horizont steht. Sie nehmen sich jetzt mal schön zurück, Sie Halitosis, oder ich werde Sie bei lebendigem Leibe zerreißen!

Czillerisch
Nun mal langsam mit den wilden Pferdchen, mein kleiner Freund. Sie können mich beleidigen, mich Abschaum nennen, mir Mädchen- oder Fantasienamen geben – alles kein Problem. Aber ich sage Ihnen eins: Dieser Umstand, dass Sie sinnlos ausrasten und sich nicht unter Kontrolle haben, ist ein Ausdruck Ihrer Erkenntnis, dass ich mit meiner universalen Erkenntnis Recht habe – was Sie wiederum entweder nicht verstehen, oder Sie verstehen den Umstand zwar, wollen es aber nicht wahrhaben, weil Sie voller Ignoranz und Intoleranz gegenüber der ultimativen Wahrheit sind. Aber ich will mal nicht so sein und ignoriere Ihren Wahn, um in dem Interview weiter fortzufahren, das Sie sicherlich brauchen, um morgen früh die Brötchen bezahlen zu können. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, ich weiß es wieder!
Ist Ihnen eigentlich die pränasale Diagnostik ein Begriff? Wahrscheinlich eher nicht! Aber ich will nicht so sein und erkläre sie Ihnen mal. Also: Wenn ich einem Menschen sage, dass er nachriechen soll, wie es gerade riecht, weiß ich schon im Vorhinein, dass es nach Scheiße riecht! Das ist pränasale Diagnostik vom Feinsten. Also, wenn Sie mir den Gefallen gerade tun wollen und mal an sich riechen würden …

Marder
Ich gebe zu, ich sollte mich vielleicht etwas zurücknehmen, denn ich bin Ihrem Intellekt offenbar nicht gewachsen … Nichts könnte mir ferner liegen, als mich mit Ihnen nicht anzulegen!! Ihr Pavianus widert mich bestialisch an, werter Czillerisch, ich kann ihn riechen, und dabei krieche ich Ihnen nicht gerade in den Arsch, oder? Sie sind der Eiter dieser Nation. Meine Eltern sind beide aus dem Krieg gefallen und haben mich empfangen, als sie schon längst tot waren. Ich kam als Zombie auf die Welt. Ich weiß, was wahrer Eiter ist, Sie jedoch haben nicht die geringste Ahnung! Zum Teufel mit Ihrer pränasalen Diagnosik und mit Ihren sonstigen Mätzchen! Aber gut, sprechen wir jetzt über ihre Theaterkarriere.

Czillerisch
Gut, sprechen wir über meine Theaterkarriere, die ich neben der Weisheitsakquise betrieben habe. Zunächst war ich Mephisto persönlich, bevor ich Faust gefistet habe. Dann war ich der Glöckner von Notre Dame, ehe ich einen Homo Erectus meinen Rücken runterrutschen ließ – um am Schluss eine Doppelrolle zu spielen: Graf Dracula vs. Hamlet. Sado-Maso ist keine Kleinkunst aus dem syrischen Staatsgefängnis, sondern die hochintelligente Selbstsuchts-Zerstörungsarie eines Landstreichers, der merkt, dass ihm die Nutte von letzter Nacht das Pausenbrot aufgegessen hat. Als ich so am Wegesrand – natürlich symbolisch, auf der Bühne – saß, hatte ich Lust, eine kleine Magd hoppzunehmen, als Rotkäppchen vorbeikam und mir gestand, dass sie sich verlaufen hatte. Es hat keine zehn Sekunden gedauert, da hat sie sich mit meinem Schwanz in ihrem Mund wieder heimelig gefühlt! So ein Dreck, dass das damals alles vor Publikum geschah, die erst aufstießen, ehe sie aufgrund der künstlerischen Freiheit anfingen, heftig zu applaudieren, ehe sie sich selbst befriedigten. Ich muss zugeben, dass das noch im Zweiten Weltkrieg war und nur Nazi-Soldaten im Publikum saßen.

Marder
Ach ja, der Glöckner von Notgeil Darm. Auch ich war einmal privilegiert genug, dieses Ungetüm mein Eigen nennen zu dürfen. Und schon bald floss Blut den Bach runter … Aber wie schafften Sie es damals, überlege ich mir gerade, Schauspillermann und Wissenschaftler unter ein Hütchen zu bringen? Anders gefragt: Wie konnten Sie das Rotkäppchen vögeln und zugleich ihre Eiterfrequenz saugen?

Czillerisch
Die Frage ist doch viel eher – wie hätte ich es verhindern können! Sie müssen wissen, dass das Rotkäppchen unter ihrem Mäntelchen einen Rasen hatte, der meinem roten Kanapee in meinem Arbeitszimmer glich – wenn auch ihr Rasen sanfter und besser gebügelt war. Als ich also auf dem Kanapee lag und mir in Erinnerung einen blasen ließ, schlief ich über Diderots „Supplément au voyage de Bougainville“ ein, legte in meinen Träumen alle Südseebräute in Reihe flach und adaptierte in dieser Zeit den natürlichen Sexualtrieb der gesellschaftslosen Menschen. Dass diese gesellschaftslosen Menschen gesellschaftlich organisiert in einer Gesellschaft waren, machte sie zu einer guten Gesellschaft. Nicht, dass Sie jetzt denken, dass ich dem Voyeurismus verfallen bin, nein, ganz und gar nicht, aber um ihre Frage zu beantworten: Den Eiter saugt man quasi direkt mit aus. Also: Lebe Lernen und lerne leben, indem du lebend lebst und lernend lernst, oder wie Marx’ Ghostwriter Engels immer gerne gesagt hat: Dreh die Welt durch einen Fleischwolf, und du wirst den fortschrittlichsten Eiter keltern! Pöbel in aller Welt, vereinigt euch und zeugt neuen Pöbel! Eiter Heil!

Marder
Herr Czillerisch, jetzt, wo wir uns nähergekommen sind und ich erkenne, was für eine eitrige Dreckstöle Sie sind, möchte ich Sie darum bitten, Ihr Innerstes noch mehr nach außen zu kehren. Berichten Sie mir von Ihren schamlosesten Eskapaden, von Ihrem gröbsten Unfug, von Ihren unmöglichsten Verfehlungen. Ich will in Sie eindringen, Herr Czillerisch, um Sie von innen heraus zum Bersten zu bringen.

Czillerisch
Warten Sie kurz, Herr Marder, ich muss Sie erst einmal kurz ausfurzen! Ah, so ist es besser! Hmm, müffelt nach totem Aas! Na ja, das qualifiziert Sie wohl zum Journalistenberuf. Ach ja, meine größten Eskapaden, mein gröbster Unfug, mein … Scheiß was drauf! Ich erzähle Ihnen jetzt mal den größten Unfug in meinem Leben. Aber dafür muss ich etwas länger ausholen …
Im Jahre 1981 ging ich mit dem allseits bekannten und geachteten Waffenschieber Sam von der Türkei aus über den Irak in den Iran, um den pudelweißen Alpaka-Hirtenstamm der Fukukukus zu erforschen. Dieser Stamm hatte seit Menschengedenken noch nie einen Westeuropäer gesehen, und wir wussten von den Menschen auch nur deswegen etwas, weil wir ihnen genetisch analysierte Kotproben einiger Mulle als Nahrung verabreicht hatten – und zu was wurden sie? Zu pudelweißen Alpaka-Mullen! Daher war uns klar, dass wir eine besondere Menschenrasse gefunden hatten, die sich über ihren Kot die wichtigsten genetischen Stoffe weitergaben. Als wir dann im Iran waren und ich begann, im Untergrund mit Sam Geschäfte zu machen, um die dortige Freiheitsbewegung mit billigen und kaputten russischen Gewehren abzurippen, erfuhr ich von einer greisen Dame, dass die pudelweißen Alpaka-Hirten in einem Naturschutzgebiet lebten, welches jedoch streng gesichert ist, da die Russen dort für den Iran Atomwaffentechnik testeten. Im ersten Moment fand ich es seltsam, dass eine alte, greise Frau über dieses Thema Bescheid wusste, doch nach ein paar Karate-Kid- und Chuck-Norris-Moves war mir klar, dass diese alte Frau noch aus der legendären Kaderschmiede des Mossad stammte. Emily – so hieß die nette, alte, greise Dame – führte mich zu dem Zaun in der naturgeschützten Wüste, an dem ein Schild mit der Aufschrift hing: „Be aware of the sand! It may destroy your technical equipment. And if you see a Blitz, blitz duck ya!“ Der anschließende Smiley war kaum noch zu erkennen, da irgendein Arschloch-Tourist einen Penis darauf gemalt hatte.
Nun hatte ich keine Zweifel mehr daran, dass Emily mehr über die Welt wusste, als ich es jemals würde. Zum Dank musste ich sie in einem ausgetrockneten Wadi so lange durchficken, bis ihr auch die letzten Haare vom Kopf fielen, ehe ich nach Wasser lechzend an dem Zaun vorbeiging, eine Oase fand und mich einfach nur in das Wasser stürzte. Und an dieser Stelle wurde mir bewusst, dass „I’ve made a huge mistake!“: Ficke niemals eine Unbekannte ohne Wichstüte!

Marder
Beachtliche Story. Zufälligerweise habe ich Ähnliches auf Lager. Es war ein Sommer, wenn mich nicht alles täuscht, damals gab es noch kein Datum, Tage, Monate und Jahre wurden noch nicht gezählt. Eine Naja hatte mir von hinten in den Hals gebissen, und ich ließ sie so lange gewähren, bis ich das Scheißbewusstsein verlor, wie man bei einer Wette mit einem Zuhälter einen Strich verliert. Als ich wieder zu mir kam, sah ich ein, dass ich nicht existierte. Selbst mein Arschloch war bloß eine virtuelle Singularität in einem Raum ohne Raum und vice versa. Stimmt es übrigens, dass Sie bei sich in Wichshauen eine Eitersingularität ausgegraben haben? Berichten Sie bitte einem neugierigen Wissenschaftsamateur darüber. Aber sachte, sonst spritz ich Strandwalkleber in Ihr linkes Nasenloch.

Czillerisch
Sie sprechen mich da auf ein dunkles Kapitel meiner Wissenschaftskarriere an, Herr Marder. Da spreche ich eigentlich nicht so gerne drüber, aber Sie als Journalist haben natürlich durchaus das Recht, auch unbequeme Fragen zu stellen, insbesondere, wenn dieses Interview am Ende des Tages einem kritischen Essay standhalten muss, den irgend so ein amateurhafter Pseudostudent dann als hochtrabende Wissenschaftsarbeit seinem Prof zur Prüfung vorlegen muss, um dann mit einem milden „Raus, Sie Arsch!“ abgestraft zu werden. Ich denke, Sie kennen diese Geschichte sicherlich aus eigener Erfahrung zur Genüge. Daher spare ich mir an dieser Stelle den üblichen Rest: Lecken usw., Sie verstehen.
Aber weiter im Text. Die Ausgrabung in Wichshauen, eine Stadt, deren tschechischer Name übrigens Wichshauensch ist. Das wissen viele gar nicht und wundern sich dann über den deutschen Namen, der sich so ganz anders anhört. Aber das steht auf einem anderen Platt Barbier. Zur Eitersingularität: Also, im Kern des Gedankens ging es darum, dass ich in einer alten Schrift von Otto von Freising – übrigens ein Onkel des alten Barbarossa – Hossa! – dass ich in einer alten Schrift des ollen Geschichtenerzählers ein Traktat über eine Eiteransammlung fand, die mir den Weg nach Wichshauensch zeigte. Dort angekommen, stellte ich fest, dass ich würde graben müssen, erledigte ein paar Anrufe, und während ich auf die Sklavenkolonne aus Subsahara wartete, fickte ich mich durch die Prager Löcher und versuchte sogar, mit der einen oder anderen Hure den Prager Fensterfurz nachzustellen – doch die öffentliche Hand ist in Prag auf der Hut und fing meine Exkremente noch vor dem Aufschlag auf.
Als die Gruppe debiler Strandschwuchteln endlich angerauscht kam, befand ich mich gerade auf einer Mama und drückte meinen Samen zwischen ihre Schenkel. Ich hätte schwören können, dass ich hinter dem Weiß ihrer Augen meine kleinen Freunde schwimmen sah! Wir gruben und gruben und fanden schließlich diese Eiteransammlung, die sich als Eitersingularität herausstellte – ein überaus wichtiger Beitrag zur Eiterforschungsgeschichte, vielleicht der wichtigste des letzten Jahrhunderts. Ja, meine kleine Sozioschwuchtel! Da staunste, was?!

Marder
Sie sind ein schwaches Hirn von ungewöhnlichem Format, das will ich Ihnen lassen. Aber nun zu einer Frage, die mich sehr beschäftigt: Wie sehen Ihre Genitalien aus? Gerüchte besagen Diverses, und immer sind vage Grotesken im Spiel, Andeutungen jenseitiger Natur, furchtbare Wichsgrotten. Die einen behaupten, Sie seien geschlechtslos, andere halten Sie für eine widerliche Ansammlung exoplanetarer Eichelmatrizen, wieder andere glauben, dass Sie über einen unsichtbaren Pint verfügen und so selbst in der Öffentlichkeit der Autofellatio frönen können, ohne ins soziale Fettnäpfchen zu treten. Erhellen Sie das Dunkel um Ihr Geschlechtsformat, lassen Sie einen einfachen Burschen wie mich an Ihre Dinger ran, was auch immer diese Dinger sein mögen.

Czillerisch
Bevor ich zu Ihrer dreideutigen und etwas fragil-feuchten Fragestellung komme – Sie ahnen schon, was ich damit meine, oder nicht, Sie kleine Fruchtschnitte!? –, möchte ich kurz auf einen Umstand eingehen, der für Sie vielleicht nicht neu, aber für die Leser dieses Interviews garantiert von brennendem Interesse sein könnte: Eitern Sie nie Ihren Kaffee! Ich meine das ernst! Bis wir herausgefunden hatten, was der Eiter in Verbindung mit den Säurebakterien des Kaffees im menschlichen Körper anrichtet, waren bereits drei der fünfhundert Sandläuse an dem Cocktail verreckt – und fünfzig weitere furzten und schissen sich die Seele aus dem Leib!
Aber zurück zu den bedeutenden Themen meines Lebens! Ob da ein, zwei, drei Menschen sterben, geht mir gelinde gesagt am Arsch vorbei. An meinem fetten Arsch, wohlgemerkt! Wobei wir wieder bei Ihren Fragen sind, die eigentlich nur eine ist: Nein, ich zeige Ihnen nicht meine Genitalien. Das aus zwei Gründen. Und der zweite Grund ist der ausschlaggebende: die Welt soll nicht erfahren, wie es mit mir da unten bestellt ist. Und das meine ich nicht einmal metaphorisch als Bestellung und Garten und so weiter. Sondern weil das meine Privatsphäre ist. Und die ist zu schützen! Zumindest vor Journalisten. Wenn Mütterchen Russland daran nuckeln will – bitte, kommt alle zu mir … aber nein, ihr debilen Speichellecker-Sackratten – verpisst euch! Ich scheiße auf euch alle! Das Gesetz, das ich verabschiedet habe, letztens auf dem Scheißklo des deutschen Bundestages, als ich zu einer Fachkonferenz über Eiterpotentiale und deren Ausgleichswirkung innerhalb des Berufseinstandsumwälzungprogramms als Hauptredner geladen war. Als ich aber dann auf der Toilette saß und einen Bob in die Bahn legte – Gott habe dich selig, Roger! –, wurde mir klar, dass ich kein Wort rausbringen würde. Können Sie sich das vorstellen? Da habe ich Jahrzehnte darauf verschwendet, der Grundlage der Eitersingularität auf die Spur zu kommen, und dann … von einem Moment auf den anderen wird mir klar, dass ich falsch gelegen habe. Dass ich in diesem Moment die Hose noch anhatte, machte die Situation keineswegs einfacher, doch es kann nie schaden, eine Wurst dabeizuhaben. So musste ich wenigstens nicht in die Hose machen, als ich mit der Kanzlerin kurz sprach, sie sich wegdrehte und an sich roch, ob sie geschissen hatte. Hinter ihr befand sich einer ihrer Referenten, der ihr dann aber andeutete, dass sich das Gebirge ihres Arsches keinen Millimeter verändert hatte – zumindest die letzten drei Stunden nicht mehr. Außer, dass sich die Rüschenunterhose durch den Stoff drückte, konnte ich es aushalten. Die Beule, die die Wurst in die Hose drückte, konnte ich dadurch ausgleichen, dass ich mich breitbeinig auf den Stuhl setzte, sodass es aussah, als ob ich nicht in die Hose geschissen hätte. Als ich dann aber aufstand, wurden meine schwärzesten Befürchtungen war – ich bekam kein Wort heraus und begann aus Verlegenheit wie wild zu klatschen. Das führte dazu, dass ich von überall Zustimmung und Applaus erntete. Bis ich dann merkte, dass meine Haut langsam auf die zusätzliche Wurst in der Hose zu reagieren begann. Und plötzlich konnte ich wieder sprechen! Ich beugte mich zum Mikro runter, räusperte mich und fragte in die Runde, ob jemand zufällig Senf aus der Kantine mitgebracht habe.

Marder
Herr Czillerisch, Sie sind mir sehr sympathisch. Ihre Eskapaden heilen mich von allen Krankheiten, Ihnen zuzuhören macht mich mutiger, seliger und einfach nur … ich merke, wie in mir der Eiter zu kochen beginnt. Haben Sie schon mal gekochten Eiter gekostet?

Czillerisch
Ich glaube, Sie haben da einen kleinen gedanklichen Hänger! Ich hoffe, Sie fangen nicht gleich an zu sabbern wie die Spasten, die ich gegenüber im Bihindi-Zentrum dauernd sehen muss. Ich erkläre Ihnen das mal: Der Eiter ist der Eiter ist der Eiter. Man kann den Eiter nicht extrahieren und kochen. Das geht nicht so einfach. Das geht nicht wie das Kochen von Exkrementen, sondern ist eher etwas Philosophisches. Haben Sie schon mal versucht, Wittgenstein zu kochen? Ich meine nicht ihn selbst, was sicherlich mal ging, sondern seinen philosophischen Output? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen, obwohl heutzutage die Handys schon die Schwanzlänge am Radialmaß des Arsches im Bezug zum Abwinkelwinkel der Nase berechnen können. Aber das soll andernorts Eiterpickel werfen. Ich möchte Ihnen, Herr Marder, an dieser Stelle einmal das von mir genommene und durch den Eiterwolf gedrehte Theorem der Grenzdebilität erklären. Ich hoffe, Sie können mir folgen.
Also, der Limes der Grenzdebilität, wobei der Penis gegen unendlich strebt, ist eineindeutig nicht definiert, aber auf jeden Fall positiv und progressiv. Ja, ich weiß, bei progressiv denken Sie immer an Wichsen, aber das muss jetzt mal hinten anstehen. Das bedeutet, dass die Quadratzentimeter Schwanzfläche plus die Quadratzentimeter Hirnrinde in einem Intervall von Schwanzfläche plus Hirnrunde Minimum und Schwanzfläche plus Hirnrunde Maximum liegen. Unter der Nebenbedingung, dass die Summe der Schwanzfläche plus der Hirnrinde im Maximum unterhalb der Summe der Einzelmaxima der beiden Werte, also der Schwanzfläche Maximum und der Hirnrinde Maximum liegt, ist mit dem erweiterten und durch den Eiterwolf gedrehten Theorem der Grenzdebilität bewiesen, dass …

Marder
Ich spüre, wie sich jede Menge Eiter in meinen Eiern sammelt, wenn ich Ihr verstörendes Gesicht sehe. Was halten Sie eigentlich von dieser neuen Spiegelart, in der man seinen Eiterkreislauf betrachten kann?

Czillerisch
Leider muss ich Ihnen gestehen, dass ich diese Spiegelart nicht kenne. Können Sie mir näher erklären, wie das funktionieren soll?

Marder
Das ist nicht allzu schwierig: Der Jahrmarkt der Eiterkeiten ist jedem Unmenschen inhärent, vor allem uns zwei Hübschen. Wenn man einen normalen Spiegel mit einem Neutrino-Wickler nachjustiert, kann er auf die Eiterfrequenz eingeeicht werden und entsprechende Daten, nicht selten in Form koptischer oder kakustischer Reize, liefern. Sie haben wirklich noch nie etwas vom Eiterspiegel gehört, der vor allem in Ihrem Blut ziemlich hoch sein dürfte? Sie sind mir ja vielleicht ein scheiß Experte!

Czillerisch
Scheiß Experte hin oder her – Sie müssen nur wissen, wie man die Nuss nicht bescheißt, die man mit den Arschbacken zu knacken versucht. Denken Sie mal wie ein Pavian. Der hat auch einen roten Arsch, weil dieser genetisch ein radikaler Nussknacker ist. Sie merken wohl, worauf ich hinauswill. Na, klingelt’s? Nusskracher-Suite von Tee-Kochsky und Pavian gleich – na, kommen Sie schon! So selten dämlich ist nicht mal ein Maulfrosch, dem gerade die Kinnlade herunterfällt, weil er eine Maulfroschschenkelin sieht, die sich ihre roten Innenschenkel selbst beleckt. Scheiß auch auf Ihre dämliche Frage, ich will darauf einfach nicht antworten. Herr Marder! Stehen Sie mit Ihrem schwabbeligen Rattenarsch auf! Es folgt – volltönend und grauhaarabdeckend – die Eiternationale! Hand auf die Milz und ab geht es:

Eiterkeit und Reich und Freizeit
Ist des Dummen Unterpfand.
Fick die Henne, mal ne Futt an die Back,
Trink nen Whiskey, scheiß die Hose zu!
Eiterkeit und Reich und Freiheit,
Bis der Darm voll Scheiße ist.
Eiterkeit und Reich und Freizügigkeit,
Bis der Tag am Arsche ist!

So, jetzt muss ich mal kurz scheißen gehen! Bis später.

*** Entreacte ***

Wie gut es tut, wenn man den Kot eingegeben und sich das Loch geöffnet hat. War ursuppenbraun, die Kacke! Scheiß Alzheimer! So, aber zurück zu unserem verkackten Interview, Sie strolchierende Made! Jetzt dreh ich den Spieß mal um und fräse das rohe Dönerfleisch von Ihrem Wesen! Jetzt stell ich hier mal die Fragen, Sie verschissener Dingo!  Also! Seit wann und vor allem warum tragen Sie, Herr Marder, den rostigen Nagel im Kopf? Werden Sie durch den Rost nicht permanent dümmer, weil sich anstatt Synapsen so ein rötlicher Grill in Ihr Hirn legt?

Marder
Der Rost ist wirklich gut für den Denker. Der Denker wird durch den Rost angetrieben. Weißt du, jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, aber jeder Rost gibt nen Post. Denk mal drüber nach, Grind!

Czillerisch
Es scheint mir, als hätten sich in Ihrem Kopf irgendwelche Drehwürmer eingenistet! Seitdem ich das Gefühl habe, dass Sie nicht ganz richtig drehen, sehe ich auf Ihrem Kopf nur noch Drehtlocks und ihre Augen sind Drehteller. Sagen Sie mal, Herr Marder, haben Sie in der kurzen Pause einen gezwitschert?

Marder
Ich drehe, was und wem ich will. Ob Sie mitdrehen oder nicht mitdrehen, ist ganz allein Ihr Problem. Überhaupt – was erlauben Sie sich eigentlich, was das hier ist?! Ich bin Marder. Ich habe großes Grünes gebacken, als Sie noch geczillt haben. Sie Geringzuschätzendes!

Czillerisch
Ich sehe, Herr Marder, dass Sie keinerlei Regeln kennen und besser niemals geboren worden wären! Die Welt braucht keine dummen verqueren Arschpriester, die sich direkt angepisst fühlen, wenn man sie anpisst. Meine Fresse, Sie haben bisher auf keine meiner Fragen geantwortet, wie Sie es von mir aber verlangen! Und wenn ich es einmal nicht getan habe, schlugen Sie gleich um sich, zogen Ihr Ninjaschwert und drohten, mich zu kastrieren. Es ist immer Verrat, was Sie da machen. So, jetzt ist aber Schluss! Marder-CreamPIE! Dann antworte ich halt auf Antworten, die Sie mir niemals beantwortet haben! Das haben Sie davon, Sie Schluckspecht, der Alkohol hasst wie der Teufel das Weichbirnenwasser. Haben Sie eigentlich schon mal was von Eiternasie gehört? Ich würde mich herablassen, in Ihren kleinen Eiterblasen auf der Eichel herumzuforschen, ob Eiternasie bei Ihnen Sinn macht! Also lassen Sie schon mal die Hosen runter – ich hole derweil mal meine Lupe! Also, kurz gesagt, ist Eiternasie die Endlichkeit in der Eiterwelt. Eine vom Menschen herbeigeführte Endlichkeit, die darauf abzielt, den Eiter vereitern zu lassen. Ich meine das nicht in einem rhetorischen Sinne – Sie Affenarsch –, sondern in einem recht praktischen. Es ist wie mit Mehl, Wasser, Eiern und Eiter. Alles in der richtigen Menge und Reihenfolge zusammengemischt ergibt herrliche Eiternudeln, die zusammen mit einem Eiterleiter-Cocktail gut zu einem in Eiter gewälzten Hirschgeweih passen.

Marder
Wenn Sie was von der Eiterleiter trällern, dann kann ich Ihnen ja mal Durchfall in die Venen pumpen – wie wär’s? Gleich schmatzt ihr Hirn, und zwar mächtig. Wissen Sie, ich trau Ihnen nicht über den Weg. Sie glauben, Sie sind czillig, aber in Wahrheit sind Sie Kanonenfutter. Jetzt ist endgültig die Zeit gekommen, aus Ihnen Crap de la Crap zu machen. Ich lass Sie wie einen Hautdrachen steigen, ich werde Sie Mutationen unterwerfen, die die Hölle umdefinieren werden. Ich werde dafür sorgen, dass Sie degenerieren und als schleimiges Ur auf die Erde tropfen und im ewigen Gestein versickern.

Czillerisch
Haben Sie sich eigentlich mal reden gehört? Verstehen Sie eigentlich, was Sie da erzählen? Oder faseln Sie nur irgendeinen Schrott daher, quasi als pseudointellektuelles Bakterium im System der unfassbar strunzdummen Viralschnittchen? Ich kack mir gleich selbst in den Schlüpfer, wenn Sie nicht endlich mit dem Scheiß aufhören, Ihre Hasstiraden mal jemandem an die Backe zu schmieren, der kein Arsch in der Hose ist, anstatt zu mir zu kommen, mich zu beleidigen, obwohl Sie sich in Ihren Beleidigungen selbst beschreiben! Wo ist eigentlich Ihre Selbstachtung geblieben, Herr Marder? Zu Beginn dachte ich noch, dass das hier ein qualifiziertes Interview zweier hochintellektueller Fratzen wird, doch jetzt ist es nur noch ein Hin- und Herstrolchen von Dummbacken – und da will ich mich nicht ausschließen. Obwohl ich natürlich Ursache von Wirkung trennen kann – und meine dumme Oma ist sicherlich nicht die Ursache! Kommen wir aber mal zu einem Thema zurück, dessen wir uns annehmen sollten, damit das hier wieder in gemäßigteren Bahnen verläuft. Ich möchte Sie mit dem Theorem des Ultras bekanntmachen. Nicht die Ultras, die sie meinen und die immer beim Fußball herumlungern, sondern vielmehr das Ultra des Lebens. Ultraleben, eine Spielart des eiterischen Lebens. Linné hätte es als Eiterus ultraris beschrieben. Im Grunde geht es dabei um die Aussage, dass alles, was im Leben mit Eiter zu tun hat, ultra ist. Diese Ultramomente sind demnach gesteigerte Eitermomente, die jedoch wiederum der Unterbau dieser Ultramomente bilden, denn nur eine Steigerung der Eitermomente zu Ultramomenten führt zu einer Ultranierung des Eiterlebens. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären, denn im Fußball geht es vor allem um die Eiternierung des Ultras, also reziprok zum Leben, was dazu führt, dass man nach dieser Logik sagen kann, dass Fußballer dämliche Arschlöcher sind, die man am besten beim Spanking mit einer Lederrute übers blanke Eiterloch ziehend bestrafen sollte. Wenn dabei dann meine Oma noch zusehen darf, wäre allen geholfen.

Marder
Herr Czillerisch, Sie haben Recht. Ich möchte sämtliche Animösitäten hinter uns lassen und spreche mich für etwas mehr Gesprächskultur aus. Daher folgt kein persönlicher Angriff, sondern eine fachspezifische Frage: Was tun, wenn der Schutzengel Eiter spuckt?

Czillerisch
Also, wenn der eigene Schutzengel Eiter spuckt, spuckt er erst mal Eiter. Dann spuckt er zweitens eine Flüssigkeit, was schon an sich schwierig ist, denn Schutzengel sind nur im Eiterversum so richtig zu erkennen. Was wiederum die Frage eins aufwirft, warum es überhaupt eine erste Frage gibt. Kennen Sie das Eiter-Theorem der instabilen Finanzmärkte? Nein? Dann werde ich Ihnen das jetzt mal erklären. Der Zins, zu dem sich zwei Unternehmen Eiter leihen können, nennt man den Eiter. Ist etwas widersprüchlich, weil beide Begriffe phonetisch gleich sind – also wie Schwanz und Schwanz. Das macht es zuweilen schwer, selbst im Eiterversum. Also, dieser Zins, zu dem sich die Unternehmen Eiter leihen können, ist Basis der instabilen Finanzmärkte, denn nur wer Eiter hat, kann auch eitern, was der Grundzug eines jeden Unternehmens sein muss. Da jedoch der Eiter momentan rar ist, was wiederum zu Eiter führt, behalten die Unternehmen aktuell das Eiter bei sich, schlürfen es nur ab und an selbst, viralisieren aber nicht den Eitermarkt. Das führt insgesamt zu der absolut beschissenen Situation, dass sich der Eiter mit Scheiße vollsaugt. Und wer mit Mist misst, misst Mist. So ist das nun mal. Daher liegt der aktuelle Eiter unter dem eigentlichen Eiter. Uneiterbar. Kommen Sie schon, Herr Marder! Nicht einschlafen, Sie Hure!

[– – –]


Foto: © JM

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1 Comment

  1. http://daixing.me Dezember 18, 2016

    Danke schön für Ihren tollen Artikel.

    Ich habe Ihren Blog schon seit einiger Zeit als Feed abonniert.
    Und jetzt musste mich mal zu Wort melden und „Danke“ sagen.

    Machen Sie genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf
    den nächsten Beitrag

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