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JOB-INTERVIEW MIT VERENA MINOGGIO-WEIXLBAUMER

Verena Minoggio-Weixlbaumer studierte Jus und war bei Anwälten tätig, bis sie entdeckte, dass es mehr Spaß macht, Ergebnisse zu schaffen, die man in die Hand nehmen kann. Als Assistentin der Geschäftsführung beim Juridica Verlag sowie Lektorin beim Manz-Verlag fühlte sie sich zehn Jahre gut aufgehoben. 2002 gründete sie, gemeinsam mit ihrem Mann Elmar Weixlbaumer, den Goldegg Verlag. Seitdem etablierte das Paar mit Begeisterung und Leidenschaft, Glück und Erfolg den Sachbuchverlag mit Vertrieb im gesamten deutschsprachigen Raum. Als Programmverantwortliche arbeitet Verena Minoggio-Weixlbaumer unermüdlich am fehlerfreien Buch und ist stets auf der Suche nach dem nächsten Bestseller. Der Verlag verlegt pro Jahr an die 35 Neuerscheinungen, hat einige hundert Titel in verschiedenen Reihen im Programm. Daneben führt das Ehepaar die Tochterfirma Goldegg Training, eine Medienakademie für Autoren, Lektoren, Selfpublisher und alle, die mehr über die Buchbranche wissen möchten.


DA
Inzwischen habe ich fast vier Jahre Lektoratserfahrung auf dem entsprechenden Buckel akkumuliert – falls Sie also einen Lektor/Kokrretor benötigen, der unbändige Lust an Kreativität, Sprache und Rechtschreibung, von der Kommasetzung gar nicht zu schweigen, hat …

VMW
Kreativität bei Rechtschreibung und Kommasetzung ist mir bei Korrektorat gar nicht so recht. Beim Lektorat schon eher. Oder wie sehen Sie das?

DA
Auf jeden Fall. Meine Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit Texten habe ich in den letzten Jahren vielfach unter Beweis gestellt, nicht zuletzt bei der Herstellungsleitung (Lektorat, Kokrretorat, Satz etc.) von Tom Stoppards Die Küste Utopias in der „Jussenhoven & Fischer Theaterreihe“. Darüber hinaus habe ich beispielsweise an einer Ausgabe von EPD Film mitgearbeitet, Pressemitteilungen und Artikel aus dem Bereich Gesundheitswesen und Technologie bei Steinhauer Kommunikation verfasst oder Online-Inhalte für den Bonner General-Anzeiger aufbereitet. Gute Englisch- und Russischkenntnisse anbei.

VMW
Russischkenntnisse sind natürlich immer von Vorteil. Vor allem in Russland. Wir kommen in fünf Jahren darauf zurück, wenn wir dort eine Dependance eröffnen.

DA
In fünf Jahren? Gerne im Lektorat/Kokrretorat Ihres Verlages, wo ich mit unbändiger Lust an Kreativität, Sprache und Rechtschreibung, von der Kommasetzung gar nicht zu schweigen, beim Herauskitzeln von Potentialmaxima aus den Veröffentlichungen assistiere (sehr gerne in Teilzeit, da Familie).

VMW
Arbeiten beim Goldegg Verlag ist ja quasi Freizeitvergnügen, das geht rund um die Uhr. Gekitzelt werden unsere Autoren gar nicht so gerne, das ist ihre große Schwäche. Welche sind Ihre?

DA
Meine Schwächen? Persönliche, typischerweise mündlich geführte Bewerbungsgespräche. Technischer Prog. Surrealismus. Tibetische Momos. High-Concept-Zombiefilme.

VMW
Kenntnisse im Bereich Zombiefilme sind Grundvoraussetzung, um mit den Tücken des Verlagsgeschäfts fertigzuwerden. Ebenso unterstützt ausreichende Erfahrung mit surrealen, komischen oder herausfordernden Situationen. Auch andere Techniken sind uns natürlich willkommen.

DA
Hiermit bestätige ich, dass sämtliche meiner (Grund-)Kenntnisse in Adobe InDesign, Photoshop, Audition sowie HTML und CMS übers ZNS angesteuert werden.

VMW
Das ist erfreulich. Wobei wir vieles auch noch per Hand steuern. Vor allem im Printbereich. Das händische Umblättern unterstützt auch die Erhaltung einer gewissen Motorik, die auch in hundert Jahren noch erwünscht sein wird. Wir denken langfristig. Sie auch?

DA
Wo ich mich in hundert Jahren sehe? Natürlich in einem privaten Geisterzug der Luxusklasse Tesla, ausgestattet mit chinesischer Pantryküche und Plasma-Sushibar, einem Gedankenlese-/Diktiergerät sowie Unsichtbarwerdung auf Pfropfdruck – und das Ganze zum ultravernünftigen Preis von einem Kindle Fire HD 10!

VMW
Der Geisterzug fährt bei uns jetzt schon täglich durch die ewige Finsternis schlechter Manuskripte. Wir sind das Licht und die Zukunft und werden nur ganz selten unsichtbar. Darüber hinaus ist uns bewusst, dass wir in unserer Branche, die sich mit Texten beschäftigt, die Auflagen von Ferraris zum Preis von Wattestäbchen bedienen. Liebe und Leidenschaft dazu muss Verlagsmitarbeitern natürlich in die Wiege gelegt sein.

DA
Sehr wahr. Die stets liebevolle, unter Einsatz von Prostaglandinchen ausgeführte Arbeit an Texten würde ich auch bei der hoffentlich baldigen Implementierung vom Bedingungslosen Grundeinkommen (im Folgenden kurz: „Bemm“) nicht niederlegen.

VMW
Sehr lobenswert. Das ist die richtige Einstellung.

DA
Ich danke Ihnen kurz, aber knackig für das Gespräch!


Bildquelle: © Goldegg Verlag GmbH

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