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SOMMERNACHT

Von Paula Veenema.

Massenmenschen. Menschenmassen. Getrieben durch die Menge, ohne Gesichter zu registrieren, Gedanken zu vermuten, Persönlichkeiten zu entdecken. Ein Ast mit grünen Blättern, beiseitegeschoben wie im Rausch. Ein leichter Blick über die Schulter, der Ast bebt. Seitwärts an einem Schlammloch vorbei, hinein in das Getümmel. Grasgetümmel. Das Grasgetümmel wird zerdrückt unter den Sohlen. Zerknickt, zerzaust, zerstört. Zehnspitzen drücken gegen die Pedale, so dass ein herrliches Ziehen in der Wade entsteht. Blick nach vorn auf die leere Straße. Augen zu Schlitzen als Schutz vor Wind und Wirbel. Blick zur Seite, um sich der Leere zu vergewissern. Blick nach unten, Knie vorn, Knie hinten. Achtung Scherben! Knie vorn, Knie hinten. Ein Zigarettenstummel. Nein, eigentlich mehr als ein Stummel. „Fuck!“, „Was ist?!“, „Ach nichts.“. Genervte Augenbrauen, fragendes Runzeln, leicht geöffneter Mund. RÜCKBLICK: „Welcher Idiot hat meinen Rückspiegel verstellt?“ Tralitrala, schnell weg! Augenpaare. Werden wir verfolgt? Lachend ins Gras schmeißen. „Hast du seinen Blick gesehen?“ Keuchen. Ein Summen am Ohr. Holzhimbeerhundekotgeruch. Pack doch mal das Handy weg. Breite die Arme aus, dreh dich im Kreis. Flattern. Zwitschern. Beben. Traben. Jagen. Gejagt. Jagen oder gejagt werden? Jäger. Jägermeister. Jägermeistershots. Gelächter. Kneipengelächter. Hicks und weg. Weg. Wegweiser weist wieder Wunderwege. Wunderbar.

Bildquelle: (c) MA

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